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Urlaub in Otterndorf
Wagemutig könnte man Otterndorf als ein Dorf bezeichnen, welches eingeschlossen ist von den unterschiedlichen Gewässerarten. Die Nordsee zu Füssen, das Wattenmeer hinter dem Deich, an der Elbmündung gelegen, Süßwasser vor dem Deich, Salzwiesen in ihren facettenreichen Struktur und das Ahlenmoor als Haustür und gelegentlich den Regen oben. Aber nur gelegentlich.Liebreizend befindet sich Otterndorf als vorletzte Station des Elberadweges zwischen Cuxhaven und Stade. Das reizende Klima der Nordsee sorgt für Wohlbefinden und ließ Otterndorf zu einem Nordseebad werden.
Einst verhalfen die schmucken und filigranen Arbeiten der Goldschmieden und das Wort der Kaufleute dem Seebad Otterndorf zu europäischen Glanz. Die gewissenhaften mit Liebe zum Detail gefertigten Schmuckstücke zieren heute das Innenleben des legendären Kranichhauses. Der Stil verrät, welch gehobene Tischkultur teils bis in die heutige Zeit das Leben der Otterndorfer prägte.
Das Kranichhaus selbst lebt die Geschichte des bürgerlichen und reichen Otterndorf und empfindet sie nach. Tabak, Einrichtungen der ehrbaren Apotheke, Kinderstube, Biedermeier-Ambiente und Statuen aus Carrara-Marmor lassen begreifen wie offen Otterndorf der weiten Welt gegenüberstand.
Letztendlich ließ sich Johann Heinrich Voß von der Romantik des Seebades inspirieren und vollendete als Rektor der Lateinschule die Übersetzung der "Odyssee" Homers. Zeugnisse seines Lebens widmet sich das gleichnamige Museum.
Nostalgie, die nicht nur Kinderaugen leuchten lässt, hielt Einzug ins Bürgerhaus. Zusammen mit der Puppensammlung der Margarethe Roerig erstrahlt das Haus aus dem Jahre 1782 in neuem Antlitz. Beschaulich mit wechselnden Ansichten erzählen Puppen und Plüschtiere ihre Geschichte, die sogar bis ins 17. Jahrhundert zuführt. Neidvoll wird an die scheinbar leichte Welt der eigenen Kindheit erinnert.
Heute vergnügen die Kinder und jung Gebliebenen unter anderem in der Spaß-und Spielscheune Otterndorfs. Der regenfreie Buddelkasten schafft Raum für Ausgelassenheit an Trampolinen, Hüpfburgen, fordert Geschick beim Minigolf, technische Fahrkünste bei Elektroautos und Abenteuer auf der Riesenrutsche. Gleich 6 Sandplätze rufen zum Beachtennis auf.
Allerhand, teils amüsante Abenteuer bereitet das Hinterland Otterndorfs. So kann eine Tour durch das Moor durchaus den naiven PS-Zahlen ausgesetzt sein. Fragen Sie nach "Onkel Heinz" und erstaunliches wird den Weg zum Ahlenmoor bereiten. Die Reise beginnt ganz unbefangen mit einem Fahrgastschiff, 4 starke PS bereiten den Weg von Sietland weiter zu Rüsch´s Sommergarten, die PS erhöht geht es mit den Bus ins Ahlenmoor, wo eine Fahrt mit der Moorbahn durch die Welt des unberührten Hochmoors mit seinen Torfmooren und Tümpel führt.
Glatt und einsam erscheint das Wattenmeer hinter dem Deich. Doch ist gerade hier eine artenreiche Vielfalt der Fauna vertreten. Es ist der Lebensraum vieler Zugvögel, der Watt- und Wasservögel, die Heimat des Sandpierwurmes und der Pfeffermuscheln. Wattbänke werden von den Seerobben geradezu bevölkert. Wanderungen durch das Watt sollten immer geführt werden.
Ganze Germanenstämme treten einmal im Jahr in Otterndorf an, um in einem germanischen 5-Kampftournier ihren Mann zu stehen. Das germanische Gelage gehört genauso zum Trubel dazu, wie das ehrliche und faire Spektakel "Mann gegen Mann".
Geschlachtet, geerntet wird wie zu alten Zeiten, um dann die Produkte der Natur auf Wochenmärkten und Hofläden zu vermarkten. Doch das naturreiche Land lässt sich während des Urlaubs am Besten auf den vielen Radwegen rund um Otterndorf, auf und neben den Deich erkunden.


