Helgoland und Sansibar teilen eine historische Legende: Angeblich soll die einzige deutsche Hochseeinsel in der Nordsee 1890 im Tausch gegen die afrikanische Insel Sansibar dem deutsche Kaiser zugesprochen worden sein. Richtig ist, dass zähe Verhandlungen mit England dafür sorgten, dass Helgoland an Deutschland fiel und im Gegenzug alle deutschen Ansprüche auf Gebiete im heutigen Kenia und Somalia aufgegeben werden. Sansibar war jedoch nie unter deutscher Kolonialherrschaft und wurde bei den Verhandlungen deshalb auch nie berücksichtigt.
Jetzt sollen die Beziehungen zwischen der Nordseeinsel Helgoland und der zu Tansania gehörenden Insel Sansibar verstärkt werden. Anlässlich der “Sansibar-Woche” in Hamburg kommt eine zehnköpfige Delegation aus Tansania, die unter anderem für eine feste Partnerschaft mit Helgoland werben möchte. In Helgoland ist man noch skeptisch, die Entfernung zwischen den beiden Inseln sei zu groß, hieß es in ersten Stellungnahmen. Allerdings haben die Inseln auch einige Gemeinsamkeiten wie z.B. den Tourismus als Haupteinnahmequelle. Helgolands Bürgermeister Frank Botter sieht die beiden Inseln jedoch “nicht auf Augenhöhe”, denn während auf Helgoland gerade einmal 1300 Einwohner leben, sind es auf dem tropischen Sansibar über 1 Million Menschen. Dennoch sei es selbstverständlich, dass man den Besuch gastfreundlich empfangen werde und letztlich wolle man nichts ausschließen, so Botter im Hamburger Abendblatt.
Jürgen Gotthard, Honorarkonsul von Tansania, lebt selbst in Bönningstedt und begleitet den stellvertretenden Ministerpräsidenten von Sansibar, Ali Juma Shamuhuna, am 13. und 14. Februar nach Helgoland. Es ist der erste offizielle Besuch einer ostafrikanischen Delegation auf Helgoland seit 1990. Gotthard wünscht sich engere Beziehungen zwischen den beiden Inseln und erhofft sich große Fortschritte von dem Besuch. Derzeit pflegen nur einzelne Helgoländer und die Kirche Kontakte und Freundschaften zu Menschen auf Sansibar, das soll sich nun ändern und offiziell ausgebaut werden.
mh