Gestern vor einem Jahr, dem 26. Juni 2009, hatte die UNESCO dem Wattenmeer den Status Weltnaturerbe verliehen. Von dieser Auszeichnung haben seitdem sowohl der Naturschutz als auch der Tourismus profitiert, erklärte die schleswig-holsteinische Umweltministerin Juliane Rumpf am Donnerstag in Kiel. Für Rumpf bedeutet der Titel Weltnaturerbe einen großen Gewinn für die Nordseeküste und das Land. Noch mehr Menschen wollten die einzigartige Naturlandschaft kennenlernen, aktuell sind es jährlich 16 Millionen Urlauber und Tagesgäste. Sie werden von zahlreichen Nationalpark-Zentren, Naturschutzverbänden und einem Besucher-Informationssystem umfassend über das Weltnaturerbe Wattenmeer informiert.
Ein Jahr nach der Anerkennung des Wattenmeers als Weltnaturerbe zogen die Naturschutzverbände jedoch eher eine gemischte Bilanz. Vor allem kritisieren sie, dass angesichts des zunehmenden Massentourismus konkrete Naturschutzmaßnahmen fehlen. Naturschützer fordern deshalb die Erarbeitung von Strategien für einen nachhaltigen Tourismus und Änderungen an den Regeln für diverse Freizeitsportarten wie das Kitesurfen und für die Öl- und Gasförderung im Wattenmeer. Noch seien die Interessenskonflikte zwischen Wirtschaft und Naturschutz noch lange nicht gelöst, lassen kritische Stimmen verlautbaren.
mh