Die Brutsaison der Vögel im Wattenmeer hat mit der Rückkehr der ersten Säbelschnäbler aus ihren Überwinterungsgebieten in Südeuropa und Westafrika Mitte März begonnen. Im Wattenmeer angekommen beginnen die Tiere mit der Suche nach einem geeigneten Revier und legen ab Mitte April ihre Eier. Die ersten Küken schlüpfen ab Mitte Mai. Zur Zeit stecken die Vögel ihre Nistplätze in den Brutkolonien ab. Eine flache, mit Steinen und Pflanzenteilen ausgelegte Bodenmulde dient ihnen als Nest.
Das Wattenmeer spielt eine große Rolle bei der Fortpflanzung der Säbelschnäbler, denn jedes Jahr werden an der schleswig-holsteinischen Westküste bis zu 5000 Vogelpaare erwartet. Der Großteil von ihnen (40%) brütet in den Dithmarscher Salzwiesen, insbesondere sind die großen Kolonien rund um die Friedrichskooger Halbinsel sehr beliebt. Die übrigen Vögel brüten in den Salzwiesen am Festland, in Nordfriesland, im Rickelsbüller Koog, im Beltringharder Koog und in der Untereiderregion.
In diesem Jahr erfassen zahlreiche Mitarbeiter der Umweltschutzverbände und des Nationalparkdienstes die Bestände der Brutvögel, berichtet mediaquell. Außerdem wird im gesamten Wattenmeer von Dänemark bis zu den Niederlanden der Bruterfolg verschiedener Vogelarten untersucht. Die Wissenschaftler erhoffen sich von dieser Untersuchung neue Erkenntnisse über die Veränderung der Bestände einzelner Vogelarten wie Austernfischer, Fluss- oder Küstenseeschwalben.
Mit der Ankunft der Säbelschnäbler und anderer Vogelarten wie dem Sandregenpfeifer und dem Rotschenkel im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer werden Brut- und Rastgebiete ausgewiesen. In den Salzwiesen und an den Stränden werden entsprechende Schilder aufgebaut, die Besucher um ein behutsames Verhalten bitten, damit die Vögel in Ruhe brüten können, erklärt Nationalparkverwaltungsleiter Dr. Detlef Hansen.
mh