Niedersachsen plant neue Untersuchungen über die Gefahren, die durch Munitionsaltlasten in der Nordsee bestehen. Wie Umwelt-Staatssekretär Stefan Birkner letzte Woche bei der Konferenz in Norddeich zum Europäischen Tag der Meere erklärte, lägen die letzten Studien hierzu bereits über 15 Jahren zurück. Die Kenntnisse über die Gefahren, die für die Meeresumwelt von der Altmunition aus dem Zweiten Weltkrieg ausgehen, müssten dringend verbessert werden. Darüber hinaus müsse die Schadstoffzufuhr in die Flüsse dringend reduziert werden, um die Meere zu schützen. Vor allem Pflanzennährstoffe aus der Landwirtschaft, aber auch Salzabwässer aus der hessisch-thüringischen Kaliproduktion, würden in zu großer Menge in die Nordsee gelangen.
Schon im vergangenen Jahr warnte der Koblenzer Meeresbiologe Stefan Nehring vor der tödlichen Gefahr, die in Form von Munitionsaltlasten auf dem Grund der deutschen Ost- und Nordsee lauert. Seit dem Zweiten Weltkrieg habe es mindestens 581 Opfer von Munitionsunfällen in Nord- und Ostsee gegeben, von denen 283 tödlich endeten.
mh