Die in den vergangenen Jahren durchgeführte Reduzierung der Fangquoten für Fische in der Nordsee scheint sich auszuzahlen. Erstmals seit Jahren werden die Fangquoten für einige Arten erhöht. Insbesondere der Heringsbestand ist in den letzten Jahren unerwartet stark gestiegen. Die Fangquote wurde daher um rund 100 % erhöht. Trotz der Erhöhung ist nicht mit sinkenden Preisen zu rechnen, da die Nachfrage aus Asien und Afrika zunehme.
Erfreulich entwickeln sich auch die Schollenbestände in der Nordsee. Seit Beginn der wissenschaftlichen Aufzeichnungen wurde noch nie eine höherer Anteil an Schollen in der Nordsee festgestellt. Ein Managementplan beschränkt die jährlichen Steigerungsraten der Quoten für Schollen auf 15 %. Ansonsten wäre die Fangquote höher ausgefallen. Hintergrund ist das Bemühen, eine Überversorgung an den Märkten zu verhindern.
Auch die Fangquoten für Schellfisch und Wittling wurden um 15 % erhöht.
Eine Senkung der Fangquoten gibt es 2012 für Kabeljau mit -15% und Seelachs mit -2%.
Die Anpassungen bei Kabeljau und Seelachs soll auf natürlichen Bestandsveränderungen beruhen, wobei beim Kabeljau mit einer stärkeren Erholung des Bestands gerechnet wurde.
Die Änderung der Fangquoten durch den Ministerrat entsprachen den wissenschaftlichen Vorgaben. Dennoch gab es Kritik von zahlreichen Umweltverbänden. Die Umweltstiftung WWF kritisiert insbesondere die Steigerungen der Fangquoten für den Hering als einen “ Rückfall in dunkle Zeiten“.
Nordseewolf