In der letzten Woche hat die so genannte Lenkungsgruppe unter Vorsitz des Pinneberger Landrats Oliver Stolz getagt und beschlossen, dass Deutschlands einzige Hochseeinsel Helgoland nicht - wie von einem Hamburger Unternehmer geplant - durch Landaufschüttungen vergrößert werden soll. Der Unternehmer und Hotelier Arne Weber wollte die etwa 1 Kilometer breite Meerenge zwischen Helgoland und der Strandinsel Düne mit Land aufschütten lassen und dort einen neuen Südstrand und Platz für mehrere neue Hotels schaffen. Damit hätte sich die Insel von derzeit 1,7 km² auf ca. 2,7 km² vergrößert.
Die Lenkungsgruppe entschied sich jedoch gegen Webers Pläne und beschloss stattdessen eine Neugestaltung der vorhandenen Landungsbrücke, wobei ebenfalls Land gewonnen werden soll, jedoch in wesentlich kleinerem Umfang. Auch wenn die Pläne hierfür noch nicht konkret sind, soll der neu gewonnene Platz auf jeden Fall dem Tourismus zugute kommen. Helgolands Tourismusdirektor Kurt Furtmeier erklärte, dass man mit dieser Lösung gut leben könne. Auch Umweltverbände begrüßten die Entscheidung, denn sie sahen in der Landaufschüttung eine erhebliche Beeinträchtigung der auf der Düne lebenden Seehunde und Kegelrobben.
Unternehmer Weber bezeichnete die Entscheidung der Lenkungsgruppe als “kleinkariert” und erklärte, dass er an seinen Plänen zur Landaufschüttung vor Helgoland weiterhin festhalten werde. Er verwies auf die Wahlen im September, bei denen ein neuer Gemeinderat und Bürgermeister gewählt werden und auf einen Volksentscheid, bei dem die Helgoländer über ein Alternativkonzept, das noch erarbeitet werden muss, abstimmen müssten.
mh
Auch wenn ich die Landerweiterung, wie sie Arne Weber vorschlägt für ökologisch wie ökonomisch bedenklich halte, so teile ich doch die Auffassung von Herrn Weber, dass nicht die Planungsgruppe oder die Gemeindevertretung, sondern die Bevölkerung der Insel über eine solch strukturverändernde Maßnahme entscheiden muss.
Felicitas Weck, Kandidatin für das Bürgermeisteramt der Gemeinde Helgoland