Die meisten Vögel im Nationalpark Wattenmeer brüten noch, nur die Jungen der Sandregenpfeifer sind schon geschlüpft, während die verschiedenen Seeschwalben-Arten als letzte ihre Eier legen. Den Angaben des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer zufolge brüten hier im Nationalpark ca. 3500 Paare Küstenseeschwalben, 3000 Paare Flussseeschwalben und 1400 Paare Brandseeschwalben. Seeschwalben legen ihre Nester, die aus einfachen Mulden bestehen, dicht nebeneinander, so dass große Brutkolonien entstehen.
Wegen der Sommerhochwasser konnten nur wenige Fluss- und Küstenseeschwalben in den letzten Jahren ihre Jungen aufziehen, unabhängig davon sind viele der geschlüpften Küken schon nach wenigen Tagen gestorben. Experten vermuten, dass hierfür ein durch den Klimawandel bedingter Futtermangel verantwortlich sein könnte. Für dieses Jahr sind die Fachleute jedoch optimistisch, denn Probefischungen haben ein reichhaltiges Nahrungsangebot nachgewiesen. Detlef Hansen, der Leiter der Nationalparkverwaltung, bittet trotzdem alle Besucher des Nationalparks um unbedingte Beachtung der Brut- und Rastgebiete der Vögel und um ein behutsames Verhalten, so dass die Seeschwalben und natürlich auch alle anderen Vögel ihre Jungen ungestört aufziehen können.
mh