Gestern ist die 6. Vertragsstaatenkonferenz des Abkommens zur Erhaltung der Kleinwale (Delfine, Schweinswale, Schnabelwale) in der Nord- und Ostsee, des Nordostatlantiks und der Irischen See (ASCOBANS) zu Ende gegangen. Ergebnis ist die Annahme von zwei Aktionsplänen, die für die Erhaltung der Schweinswale in der Nordsee und Ostsee erarbeitet wurden.
Die Situation dieser Tiere ist kritisch, denn in der Nordsee verenden die Kleinen Tümmler zu Tausenden als Beifang in den Fischernetzen und in der Ostsee sind sie kurz vor der regionalen Ausrottung. Mark Simmonds, Biologe bei der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS, erklärte, dass die Annahme der beiden Aktionspläne längst überfällig war. Er bezeichnete sie als “vielleicht die letzte Chance, die regionale Ausrottung des Schweinswals zu verhindern”. Simmonds forderte, dass in der Fischereipolitik ein Umdenken nötig ist und zwar ohne Zeit zu verlieren.
Der deutsche WDCS-Sprecher Nicolas Entrup erklärte, dass Industrien bei der Entwicklung ihrer Zukunftskonzepte die Ziele des Umwelt- und Artenschutzes als leitendes Grundprinzip begreifen müssten. Belgien hatte auf der Konferenz einen Antrag eingereicht, der vorschreibt, dass für Windkraftanlagen nur sorgfältig ausgewählte Gebiete in Frage kommen dürfen und dass bei deren Bau Maßnahmen getroffen werden müssten, um die Lämbelastung zu verringern. Die übrigen Mitgliedsstaaten der ASCOBANS (Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Litauen, Niederlande, Polen und Schweden) stimmten dem Antrag zu. Noch keine Einigung wurde über die Frage der Verringerung des Unterwasserlärms durch seismische und militärische Aktivitäten und die Ausweitung der Aktivitäten auf alle im Abkommengebiet lebenden Walarten erzielt.
mh