Der strenge Winter hatte auch Auswirkungen auf die Muscheln im Wattenmeer. Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer in Rendsburg berichtet, dass die Population der Pazifischen Auster durch den langen Winter wahrscheinlich um 50% dezimiert wurde. Die Pazifische Auster benötigt warme Bedingungen und kann sich bei höheren Wassertemperaturen besser vermehren. Sie wurde ursprünglich für die Zucht eingeführt, aber seit etwa 10 Jahren verdrängt sie die Miesmuschel, die nun von dem geringeren Bestand der Auster profitiert. Durch den Eisgang wurden die Miesmuscheln großflächig im Wattenmeer verteilt. Borcherding warnt Wattwanderer darauf zu achten, auf keine Miesmuscheln zu treten, denn ihre Schalen besitzen eine scharfe Kante, die böse Schnittwundern hervorrufen können. Auf dem Kniepsand vor Amrum entdeckte Borcherding besonders viele junge Miesmuscheln, nun sei er - wie andere Wattenmeer-Forscher auch - gespannt, wie diese sich in den nächsten Monaten entwickeln.
Ebenfalls problematisch war der lange Winter für die Herzmuscheln. Borcherding schätzt, dass ein Drittel der Tiere erfroren sind - für die heimischen Vögel bedeutete dies ein richtiges Festmahl, doch die Zugvögel finden nun kaum noch Herzmuscheln. Der Vogelexperte der Schutzstation Wattenmeer, Klaus Günter, hält dies nicht für problematisch, da die Zugvögel auf andere Nahrung ausweichen können.
mh