Im Zuge der Ambitionen für eine Verbesserung des Klimaschutzes werden Windkraftwerke zu einer attraktiven Möglichkeit, Strom zu erzeugen, denn sie stoßen keine Treibhausgase aus. Deshalb ist Windenergie im Kommen, das zeigen zahlreiche entsprechende Projekte, die noch in der Planungsphase oder aber schon in der Umsetzungsphase sind. Investoren gehen davon aus, dass in diesem Bereich in den nächsten Jahren hohe Umsatzsteigerungen und große Gewinnmargen zu erzielen sind. Die Erwartungen sind nicht unrealistisch, denn alleine im letzten Jahr erwirtschafteten Windkraftanlagen weltweit 22,1 Milliarden Euro und damit ein Plus von 44%. Mit dem nordwestlich von Helgoland geplanten Windpark “Meerwind” sollen 25-30% Rendite erzielt werden. Geht es nach dem Willen der Bundesregierung, sollen bis zum Jahr 2030 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 25.000 Megawatt errichtet worden sein. Diese könnten etwa 15% aller deutschen Haushalte mit Strom versorgen und die Klimabilanz verbessern. Dennoch gilt Deutschland in Sachen Offshore-Windenergie im Vergleich zu den europäischen Nachbarn als Nachzügler, denn europaweit existieren bereits 25 Offshore-Windparks.

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Der erste deutsche Offshore-Windpark namens “Alpha Ventus” wird derzeit vor Borkum, von dem Oldenburger Energiekonzern EWE zusammen mit E.on und Vattenfall gebaut. Die hier gesammelten Erfahrungen sollen auch dem neuen Projekt “Riffgat” zugute kommen. Das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg erteilte dem Projekt Anfang des Jahres den Standortvorbescheid. Damit wurde bestätigt, dass das Gebiet geeignet ist, um hier einen Offshore-Windpark zu errichten und zu betreiben. Ab dem Jahr 2011 sollen ebenfalls 15 Kilometer nordwestlich der ostfriesischen Insel Borkum ein riesiger Offshore-Windpark (”Riffgat”) auf einer Fläche von 6 Quadratkilometern (entspricht etwa 850 Fußballfeldern) entstehen. Bauer und Betreiber ist die Offshore Windpark Riffgat GmbH & Co. KG, die von dem Oldenburger Energiekonzern EWE und der Enova-Unternehmensgruppe gegründet wurde. Wenn die Bauarbeiten pünktlich beginnen, können mit den bis zu 44 Einzelanlagen bereits Ende 2012 insgesamt 112.000 Haushalte mit Strom aus der Anlage versorgt werden. Nach derzeitigem Stand beträgt das Investitionsvolumen für die Anlage rund 480 Millionen Euro. Laut eigenen Angaben gehört die Enova Unternehmensgruppe zu den Pionieren im Bereich der Offshore-Windenergie. Von dem mittelständischen Unternehmen stammt auch die erste “Nearshore”-Windenergieanlage in Deutschland, bei der das Windrad komplett von der Wasserseite aufgebaut wurde. 1999 rief Enova das Projekt “Riffgate” ins Leben, das Unternehmen mit Sitz in Bunderhee (Kreis Leer, Ostfriesland) ist für Planung und Entwicklung zuständig. Seit 2004 beteiligt sich EWE ebenfalls an dem Projekt und übernimmt Bau und Betrieb der Anlagen.

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Obwohl die Stromerzeugung durch Windkraft im Vergleich zu anderen Arten klimaschonender ist, gibt es auch hier Probleme verschiedenster Art. Das zeigt bereits der Bau von “Alpha Ventus”, der im rund 30 Meter tiefen Wasser stattfindet. Durch Wind und Wellen wird die Fertigstellung der Anlagen immer wieder verzögert. Beim Bau der Fundamente werden Rammen eingesetzt, deren Lärm in einem Umkreis von mehreren Kilometern zu hören ist. Naturschützer sorgen sich um die Tiere, die in unmittelbarer Nähe leben. Hans-Ulrich Rösner vom WWF nennt die seltenen Schweinswale als besonders gefährdet, denn sie haben ein sehr empfindliches Gehör und könnten durch den Lärm dauerhaft vertrieben werden. Die großen Rotoren der Anlagen stellen eine Gefahr für Zugvögel dar, wie man aus Erfahrungen mit Windkraftanlagen auf dem Land weiß. Und zudem besteht auch die Gefahr, dass manövrierunfähige Tanker mit den Anlagen kollidieren und eine Ölpest mit katastrophalen Folgen für die Natur verursacht, erklärt Rösner.
Doch auch in anderer Hinsicht ist der weltweit einmalige Lebensraum Wattenmeer bedroht. Der Strom aus den Windkraftanlagen muss irgendwie ans Festland transportiert werden und dazu werden dicke Kabel quer durch das Watt verlegt. Rösner kritisiert, dass die Verlegung der Stromleistungen besser am Grund der Schifffahrtswege erfolgt wäre, um nicht noch weiter in das sensible Ökosystem einzudringen. Dagegen sind jedoch die Schifffahrtsbehörden, die befürchten, dass die Kabel bei Notankerungen versehentlich getroffen und gekappt werden würden. Das könnte einen großflächigen Stromausfall zur Folge haben. Deshalb wird der Strom von “Alpha Ventus” jetzt durch 18 Zentimeter dicke Kabel, die in einem 1,5 Meter tiefen Graben im Meeresboden verlegt werden, durchs Wattenmeer gezogen. Die Spezialmaschinen, die diese Gräben in den Boden fräsen, bringen Lärm und Schmutz in das Ökosystem.
Damit nicht jeder neue Offshore-Windpark die Nationalparks Wattenmeer zusätzlich belasten, fordern Naturschützer, den in den Windkraftanlagen erzeugten Strom zu bündeln und nur über zwei Trassen ans Festland zu leiten. Die Firma E.on Netz, die für den Bau der Anschlüsse in Norddeutschland zuständig ist, plant jedoch vier Trassen. Unabhängig davon, wie viele Trassen es werden, kann niemand mit Bestimmtheit die Haltbarkeitsdauer der Leitungen voraussagen.
Nordseewolf
Leider habe Sie vergessen zu erwähnen, dass der WWF, für den Herr Rösner spricht, der Kabelanbindung für “Alpha Ventus” im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, genau wie BUND und NABU, zugestimmt haben. Die Missstände wurden vom Wattenrat Ostfriesland publik gemacht. Dazu haben die Naturschutzverbände bisher geschwiegen.
Das ist hier nachzulesen:
http://www.wattenrat.de/wind/wind109.htm
Das Windkraftgeschäft rechnet sich zudem nur deshalb, weil alle Stromkunden mit der Zwangsabgabe aus dem Erneuerbaren Energien Gesetz verpflichtet sind, höhere Stromkosten für die Taschen der Betreiber zu zahlen.
Hallo Herr Knake,
es ist richtig, dass sich das Windgeschäft nur wegen dem Strom-Einspeisegetz lohnt, allerdings muss man sich auch fragen was die Alternative ist: Strom aus Atomkraft, aus Kohle, aus Palmöl, Norddeutschem Solarstrom? Nein, die visionäre Investition in Windkraft ist mehr als lohnend. Bedauerlich ist es allerdings, wenn derartige Schäden, wir von Ihnen publiziert entstehen. Dort ist es gut, dass Sie auf entsprechendes Versagen von Verbänden aufmerksam machen.
@ Adlerauge
Es gäbe ja nichts zu meckern, wenn die Windenergie tatsächlich eine Alternative zu Wärmekraftwerken wäre.
Sie ist aber lediglich eine Additivenergie, die Wärmekraftwerke nicht überflüssig macht, sondern zusätzliche Wärmekraftwerke (Gas oder Kohle) mit neuen Höchstspannungsleitungen erst notwendig macht.
Die unstete Windkraft funktioniert nur im Verbund mit verlässlich einspeisenden Wärmekraftwerken, die das Netz stabil halten.
Die Auslastung der WKA an der Küste liegt bei ca. 20 Prozent an der Küste (!), d.h. von möglichen 8760 Jahresstunden speisen die WKA ihre Volllast nur an ca. 1750 Jahresstunden ins Netz ein, aber völlig unregelmäßig häppchenweise übers Jahr verteilt. Das nützt dem Stromkunden, der Strom “on demand” benötigt, gar nichts, füllt aber mit der staatlich garantierten Einspeisevergütung aus dem EEG die Taschen der Betreiber und macht Hersteller zu Milliardären. Das hat mit “Visionen” nichts zu tun, sondern mit politischer Ideologie Profit und selbstverständlich Propaganda aus allen Medien.
Auf das Wetter und in Folge auch auf den statistischen langjährigen Messwert des “Klimas” hat die Windkraft keinen Einfluss: Sie ist abhängig vom Wetterparameter Wind und beeinflusst diesen nicht.
Derzeit sind ca. 25.000 MW Nennleistung (nicht Arbeitsleistung) in Deutschland installiert, kein Wärmekraftwerk wurde dafür überflüssig und abgeschaltet.
Die Verbrennung fossiler Brennstufe inkl. der Nutzung der Kernkraft haben keine Zukunft. Aktuelle Studien belegen, dass es in den letzten 200.000 Jahren zu keinem Zeitpunkt zu derat starken Temperaturanstiegen gekommen ist. Es ist meiner Meinung nach sehr wohl visionär, bereits jetzt in Zukunftstechnologien zu investieren, die zudem in Deutschland Arbeitsplätze in Deutschland sichern. Offshore-Windkraftanlagen habe eine höhere Vollaststundenzahl als 1750 Stunden (in dieser Zahl sind sämtliche Landanlagen inklusive und auf dem Meer weht der Wind stetiger). Dennoch gibt es in der Tat das Problem, dass die Grundlast derzeit damit noch nicht gedeckt werden kann. Aber hier gibt es interessante Projekte, unter anderem auch deutscher Unternehmen, die die Zwischernspeicherung erforschen - für mich hat das ganze durchaus visionären Charakter, der sich in den nächsten 20 Jahren auszahlen wird.
Ich habe einen TV Bericht gelesen, den ich leider nicht benennen kann, indem wurde berichtet, dass zur Herstellung eines Windrades sowie dem Betrieb und Wartung, gerade eines Windrades in der Nordsee, mehr Energie benötigt wird, als das Windrad jemals herstellen wird.
Dazugerechnet sind ebenfalls Leerlaufzeiten. Selbst wenn es eine geeignete Speichermöglichkeit für den Strom gäbe, so dass diese permanent durchlaufen könnten, würde diese Rechnung nicht aufgehen.
Windräder werden im Moment nur durch Strom aus billigen Kraftwerken wie Atomkraftwerken subventioniert. Gerade in den Nördlichen Ländern, die den Großteil der Materialien für den Bau von Windrädern liefern.
Das war aber kein neuer Bericht. Meinem Wissensstand war das bei den ersten Anlagen der Fall. Die aktuellen Modelle sind so leistungsstark, dass sie in ihrer Laufzeit ein Vielfaches der Energie, die bei der Herstellung produziert wurden, einbringt. Lasse mich da aber auch gerne eines besseren belehren. Hast Du da einen passenden Verweis?
Leider nein. Ich finde leider auch keine Info über den verbrauchten Strom.
Mir scheint das jedoch logisch zu sein.
Hier in der Gegend stehen einige Windräder und die stehen sehr oft still. Was bringt es da also anzuführen, was so ein Rad an Strom produzieren kann?
Dann sehe ich auch ständig irgendwelche Männchen an den Dingern rumbasteln. Was auch wieder Energie kostet usw.
Wie auch immer. Da kann man spekulieren wie man möchte. Solange keine Zahlen da sind, bringt das nichts.
Nachdem ich den Bericht gesehen habe und mir selbst ein paar Gedanken gemacht habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Windräder keine Alternative sein können. Vor allem nicht im Meer.
Gerade nach so Katastrophen wie im Golf von Mexiko. Wir wissen viel zu wenig über die Auswirkungen von den Windrädern im Wasser.
Am Land beschweren sich Anwohner über niederfrequente Schwingungen, die sie nicht mehr schlafen lassen.
Was das für Auswirkungen auf die Tierwelt hat, ist unbekannt.
Wenn einer so ein Rad will, soll er es sich vor die Haustür stellen.
Wer weiß wann der erste Öltanker ein paar von den Masten umfährt und da das Öl ausläuft. Ich empfinde dieses Verhalten von Menschen unglaublich. Bauen wir unseren Kram einfach dahin wo wir es nicht mehr sehen.