Auch wenn der Sommer inzwischen angekommen ist, noch immer sind die Spuren des langen und harten Winters im Wattenmeer zu beobachten. So ist das Watt noch immer an vielen Stellen sehr viel schlickiger als in den letzten Jahren und es sind kaum Herzmuscheln und nur sehr kleine Nordseegarnelen zu finden. Viele Muscheln und auch Wattwürmer haben den langen Winter nicht überlebt. Wie die Nationalparkverwaltung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer mitteilt, sind sogar einige Miesmuschelbänke zwischen Nordstrand und Pellworm komplett verschwunden und auf anderen Muschelbänken siedeln deutlich weniger Tiere als im Vorjahr. Auf manchen Austerbänken im Lister Tief sind bis zu 80% der Austern abgestorben. Man kann zwar davon ausgehen, dass sich die Larven und kleinen Muscheln bald wieder erholen werden, doch die Folgen des Winters haben auch die Vögel zu spüren bekommen, so dass z.B. die Austernfischer auf der Hamburger Hallig in diesem Jahr zwei Wochen später angefangen zu brüten als gewöhnlich. Unklar ist noch, wie sich der harte Winter auf die Seehundpopulation ausgewirkt hat, die Seehundzählflüge haben soeben erst begonnen.
mh