Seit August gehen die Miesmuschelfischer auf Fang, doch auch dieser Winter scheint eine schlechte Saison zu werden. Miemuschelfischer Wolfgang Christoffers aus Norddeich kommentiert die Frage nach der diesjährigen Ernte bei Radio Bremen mit “Das wird fast gar nichts”. Das ist scon die zweite schlechte Saison hintereinander, auf den Muschelbänken ist fast nichts zu finden, was vor allem an den zu milden Wintern liegt. Miesmuscheln brauchen die Kälte, um gut zu gedeihen und sie schützt die Saat auch vor den natürlichen Fressfeinen wie Vögel, Seesterne und Schnecken. Wenn der Winter zu mild ist, nehmen diese überhand und auch die pazifische Auster, die sich seit 11 Jahren stetig weiter ausbreitet, besetzt durch das milde Klima immer mehr Muschelbänke.
Noch vor zwei Jahren haben die vier niedersächsischen Miesmuschelfischer 5440 Tonnen Muscheln ernten können, 2008 noch nicht einmal die Hälfte, sondern nur 2500 Tonnen. Laut Radio Bremen können die Fischer derzeit noch von Reserven zehren, so dass keine akute Gefährdung ihrer Existenz besteht. Außerdem konnten sie im letzten Jahr für die kleine Ernte aufgrund der knappen Marktversorgung noch relativ gute Preise erzielen.
Für die nächste Saison sind die Fischer zuversichtlich, da der derzeitige Brutfall Anlass zum Optimismus gibt. Während sie sich vor allem der Besatzmuschelfischerei widmen, bei der die Jungmuscheln auf die Kulturbänke gebracht werden, hoffen sie darauf, dass der nächste Winter knackig kalt wird. Nur so kann das Wattenmeer wieder erfolgreich mit Miesmuschelbeständen besiedelt werden.
mh