Wissenschaftler des Tauchzentrums der Biologischen Anstalt Helgoland haben heute ein für die Nordsee einmaliges Projekt gestartet. Auf dem als “MarGate” bezeichneten neuen Unterwasser-Experimentalfeld vor Helgoland wollen die Forscher modernste Sensortechnologien einsetzen, um meeresbiologische Daten in hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung zu erfassen. Diese Daten sollen dann online verfügbar sein. Die Wissenschaftler wollen unter anderem die klimabedingten Veränderungen der Hydrographie und Ökologie der Nordsee untersuchen. Die Ergebnisse sollen dann Grundlage für ein besseres Verständnis und Modelle für Ökosystemveränderungen durch den Klimawandel bilden.
Für dieses Projekt eignet sich Helgoland besonders gut, weil die Hochseeinsel weit vor der deutschen Küste und inmitten der Nordsee liegt. Prof. Karen Wiltshire, Direktorin der Biologischen Anstalt Helgoland, sieht Helgoland als Standort mit einmaligen Möglichkeiten. Durch das Experimentalfeld kann nun über einen längeren Zeitraum Forschung durchgeführt werden, für die ansonsten große und teure Forschungsschiffe benötigt werden würden.
Das Experimentalfeld wird modernste Technik beherbergen, darunter sind auch Hochgeschwindigkeits-Datenleitungsanschlüsse, mit deren Hilfe Messgeräte und Sonden über das Internet ferngesteuert werden können. Damit die wissenschaftlichen Geräte auch bei Windstärke 12 unter Wasser sicher sind, gibt es eine separate Unterwasser-Stromversorgung.
“MarGate” gehört zur Meeresforschungsinfrastruktur COSYNA, das vom GKSS-Forschungszentrum Geesthacht koordiniert und von der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren finanziert wird. Das neue Projekt ist bei COSYNA innerhalb des Forschungsbereiches “Erde und Umwelt” angesiedelt. Beteiligt sind neben dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung auch mehrere deutsche Universitäten und küstennahe Forschungszentren.
mh