Derzeit herrscht in der Seehundaufzuchtstaion Norddeich (Kreis Aurich) Hochbetrieb, denn es befinden sich insgesamt 59 Heuler in der Station, wo sie aufgepäppelt und für die Wieder-Aussetzung in die Nordsee vorbereitet werden. Hier werden sie medizinisch betreut und dank der guten Behandlung schon bald wieder fit. Die kleinen Seehunde haben großen Hunger und verputzen jeden Tag bis zu 3 Kilogramm Hering. Das müssen sie auch, denn sie müssen mindestens 25 Kilogramm wiegen, bevor sie wieder zurück in die Nordsee dürfen. Die Tiere bleiben in der Regel 8-10 Wochen in der Obhut der Aufzuchtstation und werden ab August wieder ausgesetzt.
Der erste Gast der Aufzuchtstation war der Heuler Jup, der Ende Mai von einem Kurgast an der Elbe bei Cuxhaven entdeckt und nach Norddeich gebracht wurde. Erst die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die Zahl der Heuler an der niedersächsischen Küste weiter erhöht. Denn wenn die Sommerferien beginnen, kommen erheblich mehr Urlauber an die Küste, die potentielle Störungen für die Tiere darstellen, berichtet Radio Bremen. Die Anzahl von derzeit 59 Jungtieren in der Station ist laut Stationsleiter Peter Lienau zwar hoch, aber nicht ungewöhnlich. Das liegt zum einen an der seit Jahren steigenden Geburtenrate und zum anderen an den starken Nordwestwinden und hohen Wellen, die Anfang Juni viele Jungtiere von ihren Müttern getrennt hätten, heißt es in der “Welt”.
mh