Kitesurfen ist ein Trendsport, der an der Nordseeküste immer mehr begeisterte Anhänger findet. Ganz und gar nicht begeistert vom den steigenden Andrang sind die Naturschützer, die dagegen protestieren, dass geschützte Gebiete als Kitesurfing-Zonen ausgewiesen werden. Verantwortlich für die Zuweisung der Kitesurf-Gebiete ist die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, die auf Antrag der Kommunen handelt. Aktuell liegen Anträge für Flächen vor Norddeich, Wremen im Kreis Cuxhaven sowie vor den Inseln Baltrum und Norderney vor. Der Wattenrat Ostfriesland protestiert gegen entsprechende Genehmigungen.
Wie der Weser-Kurier berichtet, geht der Nationalparkverwaltung-Justitiar Theodor Schröder von einem “grundsätzlichen Verbot” in den so genannten Zwischenzonen aus. In diesen Gebieten ist es u.a. auch verboten, Drachen steigen zu lassen und wer sich nicht daran hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Unter diesen Bedingungen könne man nicht gleichzeitig das Kitesurfen erlauben. Bislang versucht die Nationalparkverwaltung in jedem Fall einen Kompromiss zu finden, bezeichnet die Ausweisung von Kitesurfing-Revieren als Ausnahme. Die Voraussetzung hierfür sei, dass das Kitesurfen keine Beeinträchtigung der Umwelt und den hier lebenden Tiere darstelle. Die Nationalparkverwaltung muss nach eigenen Angaben die Balance zwischen Umweltschutz und Förderung der regionalen Wirtschaft halten und Touristen mit Kitesurfing-Ambitionen gehören nun mal in die zweite Sparte. Noch ist der Streit zwischen Kitesurfern und Naturschützern nicht beigelegt.
mh