Karte Halligen
Halligen Strandkorb

Nordfriesische Halligen

Im nordfriesischen Wattenmeer befinden sich die deutschen Halligen. Wohnhäuser stehen zum Schutz vor Sturmfluten auf sogenannten Warften, künstlich aufgeschütteten Hügeln. Denn im Gegensatz zu den Nachbarinseln Pellworm, Amrum oder Föhr werden die Halligen nicht mit Deichen vor Sturmfluten geschützt.

Auch verfügen Halligen über keine eigene Süßwasserlinse, aus der Trinkwasser gewonnen werden kann. Trinkwasser wurde früher in Fethingen – Wasserspeicherbecken – gesammelt. Mittlerweile sind die bewohnten Halligen mit Wasserleitungen vom Festland verbunden.

Die zehn deutschen Halligen sind rund um die Insel Pellworm gruppiert und bis zu 11,57 km² groß. Meist sind die Halligen Reststücke bei Sturmfluten verschwundener Inseln oder entstanden durch Aufschwemmungen der Nordsee.

Ungefähr 400 Menschen leben auf den Halligen und bestreiten ihren Lebensunterhalt vorwiegend aus dem Tourismus, aber auch aus der Landwirtschaft und dem Küstenschutz.

Zu den nordfriesischen Halligen zählen Langeneß, Hooge, Gröde, Nordstrandischmoor, Oland, Süderoog, Südfall, Hamburger Hallig, Norderoog und Habel.

Einige bewohnte Halligen verfügen über einen Sommerdeich, der das Land vor Überflutungen durch die Gezeiten schützen und die Bewirtschaftung ermöglichen soll. Trotz des kleinen Deiches wird z.B. die Hallig Gröde 100-mal im Jahr überflutet.

Hallig Langeneß
Langeneß untersteht dem Amt Pellworm. Zur Hallig Langeneß gehört auch die Hallig Oland, die vor der Flut von 1634 mit Langeneß verbunden war. Heute sind die beiden Halligen bei Niedrigwasser durch die Lorenbahn mit Dagebüll auf dem Festland verbunden. Mit 11,57 km² ist Langeneß die größte Hallig. Rund 100 Einwohner bewohnen die Hallig auf 16 Warften. Auf einer Warft können auch mehrere Häuser stehen.

Auf der Peterswarft im Westen von Langeneß steht der 1902 errichtete Leuchtturm Nordmarsch mit einer Höhe von 11,50 Metern.

Hooge – ‚Königin der Halligen’
Die Hallig Hooge gehört dem Amt Pellworm an. Zum Gemeindegebiet gehört auch die unbewohnte Hallig Norderoog westlich von Hooge. Hooge hat 10 Warften mit rund 133 Bewohnern. Von allen Halligen verzeichnet Hooge die höchste Tagesfrequenz an Gästen. Täglich wird Hooge von Schiffen aus Amrum, Nordstrand, Sylt oder vom Festland (Schlüttsiel) aus angefahren. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die St. Johanniskirche auf Hooge, die sich auf einer Kirchwarft befindet. Teile der Einrichtungen stammen aus der bei einer Sturmflut 1634 zerstörten Kirche Osterwohld.

Noch 1362 war Hooge Teil der Pellwormer Harde. Eine Sturmflut trennte die Hallig von Pellworm und somit auch von den schützenden Deichen und der Kirche. Seither verliert Hooge nicht nur immer mehr Land, sondern auch Bewohner. Noch vor 200 Jahren wohnten 480 Menschen auf Hooge, heute sind es nur noch 133 Bewohner.

Hallig Gröde
Mit 13 Bewohnern und einer Fläche von 2,52 km² ist Gröde eine der kleinsten selbstständigen Gemeinden Deutschlands. Auf Karten wird die Hallig auch oft als Appelland bezeichnet, da zu Beginn des 20. Jahrhunderts Gröde mit der kleineren, nördlich gelegenen Hallig Appelland zusammenwuchs. Die Bewohner der Hallig verteilen sich auf die Knudtswarft und die Kirchwarft. Die Kirchwarft ist mit 4,3 m über NN die höchste Erhebung der Hallig und beherbergt neben einer Kirche mit einem Altar von 1592 auch eine Grund- und Hauptschule. 1825 wurde Gröde noch von 90 und heute nur noch von 13 Menschen bewohnt.

Zur Hallig gelangt man mit der MS Rungholt von Schlüttsiel aus. Die Fähre verkehrt unregelmäßig nach Absprache mit dem Kapitän.

Nordstrandischmoor
Die Hallig Norstrandischmoor gehört zur Gemeinde Nordstrand, hat eine Fläche von 1,9 km² und ist bei Niedrigwasser über eine Lorenbahn mit Beltringharder Koog auf dem Festland verbunden. Die 22 Bewohner verteilen sich auf 4 Warften. Die Hallig bietet auch eine Gaststätte und eine Grund- und Hauptschule bietet die Hallig. Mit zwei Schülern ist die Grund- und Hauptschule 2005 die kleinste Schule Deutschlands gewesen.

Oland
Oland gehört zur Gemeinde Langeneß und ist ca. 0,95 km² groß. Die Hallig erstreckt sich über eine Länge von 2 Kilometern, ist etwa 500 Meter breit und verfügt über eine Warft. Auf der sogenannten Olandwarft leben in 17 Häusern 30 Einwohner. Auf Oland befinden sich neben den Wohnhäusern eine Schule, ein Gasthaus, ein Gemeindehaus und ein Leuchtturm.

Der zwischen 1925 und 1927 erbaute Lorendamm nach Dagebüll verbindet die Halligen Langeneß und Oland mit dem Festland. In den Sommermonaten wird die Hallig auch von der MS Rungholt von Schlüttsiel aus angefahren.

Süderoog
Süderoog ist 0,62 km² groß, ist ein Vogelschutzgebiet und wird von einem Ehepaar bewohnt. Lange Zeit gab es auf der kleinen Hallig eine internationale Jugendbegegnungsstätte, deren Betrieb 1971 eingestellt wurde. Die sich bis dahin im Besitz der Familie Paulsen befindlichen Hallig wurde an das Land Schleswig-Holstein verkauft. Süderoog darf nur mit einer Sondergenehmigung betreten werden und ist über den Wattweg von Pellworm aus erreichbar.

Südfall
Die Hallig Südfall gehört zur Gemeinde Pellworm und ist 0,50 km² groß. Auf der einzigen Warft im Westen befindet sich ein Wohnhaus, in dem eine Vogelschutzstation und eine Station der DGzRS untergebracht ist. Südfall wird nur in den Sommermonaten von einem Inselwart bewohnt. Ein Besuch ist nur mit Genehmigung des Inselwarts erlaubt. In den Sommermonaten wird die Hallig drei mal in der Woche per Schiff angefahren. Südfall ist auch zu Fuß oder mit der Pferdekutsche erreichbar.
Hamburger Hallig
Die Hamburger Hallig ist seit 1860 über einen Damm mit dem Festland verbunden, ist 1,1 km² groß und ein Naturschutzgebiet. Die Hallig wird vom Naturschutzbund NABU betreut.

Norderoog
Norderoog ist 0,09 km² groß und gehört zur Gemeinde Hooge. Es befindet sich keine Warft auf der Hallig. Die Hallig dient seltenen Seevögeln als Brut- und Rastplatz. Auf Norderoog gibt es eine Vogelschutzstation, die das ganze Jahr über betreut wird, aber nicht durchgehend besetzt ist. Jährlich werden im Sommer vom Verein Jordsand internationale Jugendcamps veranstaltet, bei denen Küstenschutzarbeiten zum Erhalt der Hallig durchgeführt werden.

Habel
Mit einer Fläche von 0,07 km² ist Habel die kleinste Hallig im nordfriesischen Wattenmeer und gehört zum Verwaltungsbereich der Gemeinde Gröde. Habel ist nur 350 Meter lang, 100 Meter breit und dient Seevögelns als Brut- und Rastgebiet. In den Sommermonaten wird die Hallig von einem Vogelwart betreut, der auf der Süderwarft lebt. Der Zutritt zur Hallig ist nur mit einer Sondergenehmigung erlaubt.
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