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Urlaub auf Fanö
Die nördlichste der dänischen Nordseeinseln ist die fast 56 km² große Insel Fanö (dänisch: Fanø), die ca. 50 Kilometer nördlich von Sylt liegt. Auf Fanö, die eine eigene Kommune in der Region Syddanmark bildet, leben etwa 3100 Einwohner. Fanö ist eine beliebte Touristeninsel, schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das erste Hotel in Vesterhavsbad gebaut und die berühmten Fanö Golf Links, die ältesten Links-Golfplätze Dänemarks, eröffnet. Die beiden größten Orte der Insel sind Nordby und Sönderho.
Touristen schätzen den breiten Sandstrand und die weiten Dünen, die sich die komplette Westküste Fanös entlang erstrecken. Durch die Meeresströmungen wird zunehmend Sand abgelagert, so dass die Strände immer breiter und die Insel immer größer wird. Je nach Wetter und Wind können aufmerksame Besucher am Strand Bernstein finden, der hier vergleichsweise häufig vorkommt. Auch die Heidelandschaft und das Kieferwäldchen in der Mitte der Insel haben ihren eigenen urtümlichen Reiz. Fanö bietet Zug- und Wattvögeln ideale Bedingungen für einen Zwischenstopp auf ihrem Weg nach Sibirien oder Grönland oder zum Brüten, deshalb können Vogelliebhaber hier auch seltene Vögel wie z.B. die Rohrdommel beobachten.
Geschichte
Fanö war ursprünglich eine Sandbank und wurde zum ersten Mal 1231 schriftlich erwähnt. Die Insel war lange unbewohnt, nicht zuletzt wegen des Flugsandes, mit der die Bewohner auch in der Neuzeit noch schwer zu kämpfen hatten. Um sich vor dem Flugsand zu schützen, wurde 1892 die so genannte "Klitplantage" (Dünenplantage) errichtet, die heute 1421 Hektar umfasst. Im 19. Jahrhundert profitierte auch Fanö von der rasanten Entwicklung der Schiffahrt und konnte 1870 nach der Kopenhagener Flotte die zweitgrößte Handelsflotte Dänemarks ihr eigen nennen. Zahlreiche Fischerhäuser und Kapitänsvillen, die noch heute in Nordby und Sönderho besichtigen kann, stammen aus dieser Zeit. Doch mit der Errichtung des Dampfschiffhafens im nahegelegenen Esbjerg auf dem Festland und der zunehmenden Versandung des eigenen Hafens in Sönderho wurde Fanö als Handelsstützpunkt zunehmend unbedeutender.
Sehenswürdigkeiten
Wer sich für das Leben auf der Insel interessiert, kann eines der zahlreichen Museen auf der Insel besuchen. Werke lokaler Künstler und andere Kultur-Artefakte aus der Geschichte der Region sind im Fanö-Museum in Nordby und in der Schifffahrts- und Trachtensammlung zu bestaunen. Im 1750 erbauten Schifferhaus "Hannes Hus" in Sönderho lernen die Besucher am Beispiel einer Frau, wie das Leben auf Fanö um 1900 aussah. Im privaten Café "Nanas Stue" ist das Fliesenmuseum untergebracht, in dem kunstvolle Fliesen ausgestellt sind, die teilweise aus den Niederlanden stammen und schon weit über 100 Jahre alt sind.
In ganz Nordby und Sönderho findet der aufmerksame Besucher zahlreiche architektonische Perlen, die noch aus der Seefahrerzeit der Insel stammen und gut erhalten sind. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf die kleinen Häuser, die mit ihrem ganz eigenen Charme den Orten ein besonderes Gesicht geben.
Auf der Insel gibt es zwei Kirchen: Die "Sönderho Kirke" gehört zu den größten Schiffahrtskirchen Dänemarks, sie konnte einst 800 Personen Platz bieten. Sehenswert ist das barocke Altarbild aus dem Jahr 1717 und die Kanzel von 1661. Die Farben der Empore sind noch original aus dem Jahr 1782. Besonders bemerkenswert sind die 15 unter dem Dach des Kirchenschiffes aufgehängten Schiffsmodelle. Weitere Schiffsmodelle sind in der Kirche in Nordby zu finden. Zahlreiche sehenswerte Kunstwerke wie die Markus-Orgel aus dem Jahr 1845 oder der Altar aus dem Jahr 1622 sind hier zu sehen. Auffällig bei den beiden Kirchen ist, dass sie keinen Kirchturm besitzen.
Einige Bunker nördlich von Nordby und an der Südseite der Insel, die aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammen, als Fanö zum "Atlantikwall" gehörte, sind begehbar.
Freizeit & Sport
Auf Fanö werden zahlreiche Veranstaltungen angeboten, die sehr beliebt bei den Touristen aus aller Welt sind. Jedes Jahr im Sommer können die Gäste auf den so genannten Fannikerdagen die Trachten, Tänze und alten Lieder der Bewohner Nordbys (der "Fanniker") bestaunen. Live-Musik, Festumzüge und ein Festball machen diese Veranstaltung zum echten Volksfest. Wer von den alten Weisen noch nicht genug hat, der sollte sich den Sönderho-Dag vormerken (Mitte Juli, in diesem Jahr: 19. Juli), hier werden an der alten Sönderho-Mühle aus dem Jahr 1895 alte Sönderho-Tänze getanzt und Musiker spielen "wie in alten Tagen".
Auch sportlich bietet Fanö vielfältige Möglichkeiten: Angeln, Reiten, Strandsurfen, Buggy-Driving oder Drachenfliegen sind nur einige der Aktivitäten, den der bewegungsfreudige Besucher hier erwartet. Auf der ganzen Welt bekannt ist das KiteFlyer-Meeting, das jedes Jahr Mitte Juni stattfindet und das größte internationale Meeting dieser Art ist. Neben dem traditionellen Begrüßungstreffen in der Reithalle von Rindby am Donnerstag gibt es samstags eine Versteigerung rund um Drachen, deren Erlös einer Hilfsorganisation für notleidende Kinder in Kolumbien zugute kommt. Als fester Programmpunkt wird jährlich das Meeting zum Thema "Historische Drachen" und die "Fanö Classics" organisiert, ansonsten ist das Treffen vollkommen inoffiziell, geladene Gäste gibt es nicht. Das Spektakel, das in diesem Jahr bereits zum 25. Mal stattfindet, lockt jedes Jahr bis zu 4000 Drachenflieger und tausende Besucher an.
